| |
|
Ein bitteres Fest in Afghanistan |
|
|
|
|
Geschrieben von IHH
|
|
Montag, 17. Dezember 2007 |
Ein über 30 Jahre andauernder Krieg, Chaos, und am Ende die Besatzung hatten das Gesicht des Landes ziemlich verändert. Das seit 30 Jahren Durchlebte hat Afghanistan zu einem Land gemacht, in dem es an allem fehlt.
Nahezu nichts von dem, was wir bei im 21.Jahrhundert besitzen, ist dort zu finden. Fast das Einzige, was an Technologie dem afghanischen Volk angeboten wird, ist das Mobiltelefon. Sogar die Hauptstadt Kabul kann am Tag lediglich vier Stunden mit Elektrizität, und zwei Stunden mit Wasser versorgt werden. Es ist recht interessant, dass in einem Land, in dem man unter solchen Bedingungen lebt, das Mobiltelefon so verbreitet ist. Wenn wir das Land anschauen, ist schnell zu erkennen, dass es einen Bedarf nach vielen Dingen gibt, zuallererst nach Bildung, nach Elektrizität, Strassen, Wasser, Infrastruktur, Städtebau, Gesundheitsfürsorge, Nahrung.
Auf einem Opferfest, bei dem das Volk das Opfer ist... Es war eine Freude, das Opferfest, das Allah uns Muslimen geschenkt hat, um uns auf diese Weise "das Teilen" zu lehren, gemeinsam mit dem afghanischen Volk zu erleben. Nach einer achtstündigen Fahrt von Kabul nach Dahar, trafen wir uns mit Geschwistern, die dort auf uns warteten. An diesem Abend ruhten wir uns aus, und machten uns am nächsten Tag zu dem Ort auf, an dem die Opfertiere geschlachtet werden sollten. Der Tradition des afghanischen Volkes entsprechend, verrichteten wir das Festtagsgebet um 10 Uhr. Nach warmherzigen Beglückwünschungen zum Festtag brachten wir die Opfertiere an den Schlachtungsort, und bereiteten sie vor. Der Tekbir wurde ausgerufen, und die Opfertiere wurden geschlachtet. Auf diese Weise war die Pflicht zur Opfergabe erfüllt. Als mit der Verteilung des Fleisches begonnen wurde, begriffen wir angesichts der uns umringenden Menschenmenge, wie bedürftig die Menschen sind. Die Blicke der Kinder, die fragten: "Gibt es nicht auch für uns etwas?", leuchteten. Und wir machten ihnen mit den Geschenken, die wir für sie aus der Türkei mitgebracht hatten, eine Freude. Ihre Freude war für uns wie ein zweiter Festtag. Mit diesen Arbeiten verbrachten wir zwei Opferfesttage. An den anderen Tagen besuchten wir das Flüchtlingslager in Mazar-i Sharif. Wir führten Gespräche über die Lage der Menschen dort. Wir führten im Lager Besichtigungen durch, und erkundigten uns danach, was sie benötigen. Im Auftrag der IHH (TR) wurde den Menschen dort mit Verpflegungspaketen geholfen. Die Menschen haben keinerlei Hoffnung, und sie empfinden keine Freude... Um etwas über Afghanistan zu erfahren, haben wir uns mit den Menschen unterhalten. Nachdem wir unseren Besuch dort beendet hatten, kehrten wir nach Kabul zurück, und informierten uns über die Lage in Kabul, der Hauptstadt des Landes. Wir sahen, dass alles schmerzlich und beklagenswert ist. Die Schüler haben immer noch Unterricht in Schulen, die von Kriegsspuren versehrt sind. Außer an sehr zentralen und besonderen Stellen sind die Straßen und Wege in miserablem Zustand. Der Grund für all das sind die andauernden Kriege im Land. Die Menschen leben hier nunmehr von einem Tag zum anderen. Sie haben keinerlei Hoffnung, und sie empfinden keine Freude. Noch schlimmer als all das ist, dass die unter amerikanischer Kontrolle stehende Regierung des Landes sich weder um das Land, noch um das afghanische Volk kümmert. Nach Einschätzung der Menschen, die wir getroffen haben, ist die einzige Sorge der Führung die, sich die Taschen zu füllen. Wir haben als IHH (TR) in Afghanistan, das schätzungsweise 30 Millionen Einwohner hat, im Rahmen der Opferfestorganisation 2006-2007, trotz aller Widrigkeiten versucht, für 3411 Familien und annähernd 23880 Personen ihr Opferfest zu einem echten Fest zu machen. |
|
|